Wo ist Zelim? Eine Aktion von „All Out“

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Originaltext:

Zelim Bakaev, ein junger Popsänger aus Tschetschenien, reiste letzten August (August 2017) für die Hochzeit seiner Schwester in seine Heimat zurück. Berichten zufolge wurde er von Sicherheitsbeamten in ein Auto gezerrt. Seitdem ist er verschwunden.

Es gibt Hinweise darauf, dass auch Zelim Opfer der schrecklichen Gewaltwelle gegen Homosexuelle in Tschetschenien wurde, wo schwule und bisexuelle Männer von staatlichen Stellen entführt, gefoltert und ermordet wurden.

Die russischen Behörden versprachen, den Fall zu untersuchen, haben bis jetzt aber diesbezüglich keine konkreten Schritte eingeleitet.

Mit ziemlicher Sicherheit wurde Zelim aufgrund seiner sexuellen Orientierung verhaftet. Einige Überlebende der Angriffe auf Schwule in Tschetschenien haben mir erzählt, dass sie zu seiner Sexualität befragt wurden.

Mit nur 26 Jahren war Zelim auf dem Weg zu einer erfolgreichen Karriere als Musiker in Moskau. In Tschetschenien hatte er Auftrittsverbot, weil seine Musik, seinen Freunden zufolge, als zu „anders“ verurteilt wurde.

Zelim ist hier in Russland das Gesicht der Schwulenverfolgung in Tschetschenien. Wenn wir es schaffen, seiner Geschichte weltweit Aufmerksamkeit zu verschaffen, können wir auch die Verbrechen an Schwulen und Bisexuellen in Tschetschenien wieder auf die Tagesordnung setzen und ein Ende der Gewalt fordern.

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Was mit Zelim genau geschehen ist, ist noch nicht aufgeklärt. Wir wissen aber, was mit anderen schwulen Männern in Tschetschenien geschah. In Konzentrationslager-ähnlichen Foltereinrichtungen werden sie verhört, gezwungen andere schwule Männer zu verraten, und z.T. ermordet. Sie gelten als Schande, ihre Familien werden häufig zu Ehrenmorden aufgefordert – nur, weil ihr Sohn schwul ist.

Die Zentralregierung aus Moskau macht dagegen nichts. Erst vor zwei Jahren hat sich Putin mit dem muslimischen Präsidenten der Teilrepublik getroffen – kein Wort über die Schwulenverfolgung gesprochen. Das darf so nicht weiter gehen! Gemeinsam mit der Hilfsorganisation All Out wollen wir diesen Männern, und allen anderen Unterdrückten helfen, in Frieden und mit Liebe zu leben.

Mehr dazu auf der Website von All Out.

Die PdAD fordert:

  • Kein Handel mehr mit Tschetschenien, bis die Schwulenverfolgung aufgehört hat und der Präsident Tschetscheniens vor dem internationalen Gerichtshof steht.
  • Mehr Druck auf Russland, gegen diese Menschenrechtsverbrechen vorzugehen.
  • Die Sanktionen gegen Russland solange erhalten lassen, bis sich die russische Regierung öffentlich zu dieser extrem ekelhaften Verfolgung geäußert hat – und dagegen vorgeht.

Homophobie hat im 21. Jahrhundert keinen Platz mehr!

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