Wir haben ein riesen Problem

2016 beliefen sich die Ausgaben des Bundes für den Sozialstaat auf etwa 888,9 Mrd Euro, dabei inbegriffen: Hartz IV, Gesetzliche Krankenversicherung, die Rentenversicherung und vieles mehr.
2017 beliefen sich die Ausgaben des Bundes alleine für Beamtenpensionen auf fast 700 Mrd Euro.  

Die Republik hat ein riesen Problem, wer soll das alles bezahlen?

Wir brauchen keine Neiddebatte: Beamte führen täglich einen sehr wichtigen Beruf aus, sie lehren die Zukunft Deutschlands, kümmern sich darum, dass alles funktioniert, und sind für den Staat da, wenn dieser sie braucht.

Ein Problem gibt es jedoch. Beamte erhalten 71,75% ihres letzten Gehaltes als Pension. Bei den meisten Beamten ist das letzte Gehalt auch das höchste: so haben 91,5% der pensionierten Beamten im Monat mehr als 1800 Euro zur Verfügung. Im Vergleich ein in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlender Arbeit oder eine einzahlende Arbeiterin bekommt 48% ihres Durchschnittlohns! Nur 7,15% der Männer und erschreckende 0,4% der Frauen erreichen eine Rente, die höher als 1800 Euro im Monat ist allein durch die gesetzliche Rentenversicherung.

Auf der Statistik zu sehen: hohe Ausgaben, wenig Rücklagen.
Wir haben mal eine kleine Statistik designed.

Der Bund hat sich 2007 bei einem Blick auf die Ausgaben wohl gedacht, dagegen etwas tun zu müssen. Guter Gedanke, nur ist die Umsetzung bis jetzt komplett gescheitert. Die Bundesregierung kam auf die glorreiche Idee, die Beamten sollen doch bitte in Rücklagen einzahlen. Auch ein guter Gedanke, leider hat die Bundesregierung geistig voll-umnachtete an die Planung und Umsetzung dieser Idee gesetzt: 14 Mrd Euro hat der Bund 2017 an Rücklagen in seiner Kasse. Großartig, wenn jetzt doch eine neue Weltwirtschaftskrise kommt, dann sind nicht nur die Renten der Arbeiter und Arbeiterinnen futsch, sondern auch derer, die ihre Lebenszeit dem Staat gewidmet haben.

Okay, eine Sache habe Ich bisher verschwiegen: Beamte müssen im Gegensatz zu gesetzlich Rentenversicherern sowohl Steuern als auch die Krankenkasse bezahlen – eigentlich dubios, oder? Pensionierte kriegen das Geld vom Staat und müssen es danach wieder zurück an den Staat geben – trotzdem gibt es keinen einzigen Beamten in der ganzen Bundesrepublik, der auf die Grundsicherung angewiesen ist. Nein, fast ein drittel hat sogar noch eine private Rentenversicherung abgeschlossen – bedeutet: Noch mehr Kohle!

Und dann gibt es noch ein riesen Problem: Deutschland altert, immer mehr Beamten werden immer älter. 2012 waren 7,7% der Beamten über 60, und 33% zwischen 45 und 54. Das ist nun schon 5 Jahre her: Ein gewaltiger Batzen an pensionierten Beamten kommt auf uns zu, und der Bund hat keine Rücklagen, alle in dieser Höhe zu bezahlen.

Infografik: Deutschlands Beamte werden älter | Statista Quelle der Statistik: Statista

Doch was können wir dagegen tun? Die Rücklagen reichen nicht, während viele Rentner in Armut leben müssen, leben die Pensionierten in „Saus und Braus“ – ist das gerecht?

Die Partei der Arbeit fordert:

  • Jeder Rentner, sei er oder sie verbeamtet oder nicht, hat das Recht, sein Lebensende in Würde und nicht in Armut führen zu müssen. Jedem sollten 1050€ im Monat Grundsicherung zur Verfügung stehen.
  • Das Rentenniveau von Beamten sowie von allen gesetzlich Rentenversicherten sollte auf 62% – 65% erhöht bzw. gesenkt werden. Wir brauchen keine Zweiklassen Gesellschaft.
  • Jeder sollte in einen gemeinsamen Rententopf einzahlen. (Ja @CDU/CSU und Konsorten, auch die Politiker in Land- und Bundestag)
  • Auch bei Beamten sollte der Durchschnittslohn und nicht das letzte Gehalt als Referenz dienen.
  • Die Abgaben Beamter in die Rücklagen erhöhen, und diese sinnvoll anlegen.

Der Beamtenstatus muss auf jeden Fall gesichert bleiben: Ohne Verbeamtung laufen uns die Lehrer und fast alle weiteren Beamtenberufsgruppen davon! Aber es darf nicht sein, dass die genauso hart arbeitenden nicht verbeamtete Arbeiter und Arbeiterinnen im Vergleich sehr unfair bezahlt werden und um ihre Lebensleistung im Alter betrogen werden!

2 Kommentare bei „Wir haben ein riesen Problem“

  1. Laut Vermögensrechnung des Bundesfinanzministeriums von 2016 hat allein der Bund Rückstellungen in Höhe von 480 Mrd Euro.

    1. Wir haben nachgeschaut und konnten bei der Vermögensrechnung des Bundesfinanzministeriums von 2016 nichts über Rückstellungen in Höhe von 480 Mrd Euro finden. Unsere Zahlen stammen übrigens aus verschiedenen Artikel, einer hiervon ist folgender: https://www.welt.de/wirtschaft/article170746573/Angriff-auf-die-Beamtenpensionen.html.

      – Der Parteivorsitzende.

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