Was wir vom „First Picture“ lernen können

Bildquelle: Event Horizon Telescope Collaboration. https://eventhorizontelescope.org/files/eht/files/20190410-78m-4000x2330.png?m=1554877782

Faszinierend.

Erstmals in der Geschichte der Menschheit konnten wir ein echtes Bild eines Schwarzen Lochs begutachten. Zuvor gab es nur Simulationen oder künstlerische Ausarbeitungen, zum ersten Mal ist es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gelungen, ein echtes Bild von einem Schwarzen Loch zu machen. Verwendet wurden Radiowellenteleskope auf der ganzen Welt.

Fast 90.000 Menschen verfolgten allein den Livestream der Pressekonferenz der EU auf YouTube. Insgesamt gab es über den ganzen Globus verteilt, in Nordamerika, Südamerika, Europa und Asien simultan ablaufende Pressekonferenzen. Und obwohl das Bild bereits im Juli 2018, wie bei der ZDF-Sendung Terra X – Lesch & Co. herauskam, für die Wissenschaftler des Event Horizon Telescope Projekt zu sehen war, behielten alle inne – es gab keine Leaks. Denn zeitgleich sollten nicht nur das erste Bild, sondern auch mehrere peer-reviewed Thesenpapiere veröffentlich werden.
Um 15:07 Uhr konnte jeder Mensch auf dieser Welt, egal ob groß oder klein, egal ob in Shanghai oder Washington das erste Bild eines Schwarzen Lochs sehen.

Dieses phänomenale Ereignis sollte auf politischer Ebene Veränderungen bewirken, denn wieder einmal hat sich gezeigt:

Gemeinsam sind wir stärker.

Nicht ein Land, nicht eine Weltraumorganisation, sondern viele Organisationen gemeinsam, nicht als Egoisten, sondern als Menschen, haben gemeinsam dieses Werk vollbracht.

Eine Karte des EHT. Stationen, die in den Jahren 2017 und 2018 aktiv waren, sind mit Verbindungslinien versehen und gelb markiert, in Betrieb befindliche Standorte sind grün und alte Standorte sind rot gekennzeichnet.
Quelle: „First M87 Event Horizon Telescope Results. II. Array and Instrumentation“ – The Event Horizon Telescope Collaboration. Veröffentlicht am 10. April 2019, keine Änderungen vorgenommen. Veröffentlich unter https://iopscience.iop.org/article/10.3847/2041-8213/ab0c96 (CC BY 3.0)

Denn wieder einmal hat sich gezeigt, dass eben gerade die Zusammenarbeit, das wissenschaftliche Arbeiten, das Berufen auf Fakten uns als menschliche Spezies weiter bringen, und nicht Hass, nicht Ausgrenzung, nicht Hirnspinnerei.

Hoffnung

Die unendlichen Weiten des Weltraums sind etwas beängstigendes, sind etwas furchteinflössendes, sind aber auch etwas unheimlich faszinierendes. Irgendwelche sinnlosen Konflikte, wie Andi Scheuer’s ‚Looks like shit. But saves my life‘-Kampagne, die irgendwelche sinnlose Debatten in irgendwelchen sinnlosen Talkshows auslösen, sind für die Geschichte des Menschen komplett irrelevant. Natürlich sollte jeder einen Fahrradhelm tragen. Und ganz klar: Von der Aktion kann man halten, was man will – aber ist das wirklich das einzige Problem, das wir haben? Sollten wir uns nicht viel lieber auf größere Dinge konzentrieren, wie den Klimawandel aber auch auf den Bau der ersten Mondbasis? Möglich ist diese auf jeden Fall, und auch nicht teuerer als der europäische Verteidigungshaushalt – aber würde es uns als Menschen so viele Ebenen weiter bringen. Natürlich sind sexistische Werbungen ein Problem, und natürlich gibt es viele Probleme in unserem eigenen Land, viele Probleme auf der ganzen Welt – aber geht doch so häufig der Blick aufs große Ganze verloren. Wir sind alle Menschen, unterschiedlich in unserer Herkunft, in unserem Aussehen, in unserer Lebensgeschichte, aber doch alle Menschen. Wir alle sollten versuchen, nicht unsere eigenen Ziele, sondern die der Menschheit voran zu bringen.

Wir glauben fest daran, dass der Klimawandel noch gestoppt werden kann, wenn wir endlich als Menschheit geeint, gegen dieses von uns geschaffene Monster ankämpfen. Wir glauben fest daran, dass es Hoffnung gibt. Hoffnung auf eine gute, friedliche, geeinte Zukunft – Hoffnung auf eine Zukunft ohne die alten Greise in den Reihen der Politik, ohne den Hass und die Ausgrenzung vom rechten Flügel.

Uns was würde sich besser eignen, diese Welt zu einen, als eine gemeinsame Weltraumorganisation?


Als Partei wollen wir Politik der Zukunft machen. Wir wollen die Grenzen des alten Denkens durchbrechen. Was hält uns davon ab, den Mond zu kolonisieren, was hält uns davon ab, mit zuvor verachteten, heute modernen, Ländern zu arbeiten? Was hält uns ab, den anderen statt als Vertreter seiner Nationalität einfach als Menschen zu sehen?

4 Kommentare bei „Was wir vom „First Picture“ lernen können“

  1. Ich frage mich beim Lesen von diesem Artikel, und auch bei den Restlichen, wo die konkreten Ideen für eine zukünftige Politik bleiben. Auf dieser Seite wird lediglich antikapitalistischer Populismus betrieben. Hierbei werden die massiven Fortschritte welche die Menschheit durch den Kapitalismus in den letzten zwei Jahrhunderten erreicht hat außer Acht gelassen. Lieber werden staatliche Eingriffe romantisiert welche in ihrer Gesamtheit meist Ursache und nicht Lösung des Problems darstellen. Auch wird individuelle Freiheit , die der Kapitalismus den Menschen garantiert außer Acht gelassen . Diese Souveränität des Individiums sollte nicht durch einen zu aktiven Staat gefährdet werden. Die Marktwirtschaft bietet Lösungen für die hier alle aufgelisteten Probleme ohne persönliche Freiheiten einzuschränken. Die hier veröffentlichten Texte hören sich an wie von einem Mittelstufenschüler ohne volkswirtschaftlichen Sachverstand.

    1. Vielen Dank für Ihren Kommentar.
      Konkrete Ideen für zukünftige Politik finden Sie beispielsweise auf unserer Programmatik-Seite. Außerdem erweitern wir unser Programm stetig durch unseren durchgängigen Parteitag – durch das Parteiportal. Jedes Mitglied kann Änderungen und Vorschläge einbringen, und so die Partei verändern. In der Tat sollten wir in unseren Artikeln weiter auf Lösungen eingehen, wir werden dies bei unseren nächsten Beiträgen berücksichtigen!

      Wir verstehen unsere Beiträge nicht als „antikapitalistischen Populismus“, sondern als Kritik am Kapitalismus. Wie jedes System hat es seine Vorteile (schneller und massiver Fortschritt) und eben auch Nachteile (immer größer werdenden Spaltung zwischen oben und unten, Fortschritt auf Kosten der Umwelt, kein nachhaltiges Handeln). Diese Nachteile/Probleme wollen wir betonen und Lösungen anbieten.

      Wir wollen individuelle Freiheit ganz sicher nicht eingrenzen, ein aktiver Staat mit einer verantwortungsvollen und transparenten Regierung führt auch nicht zu einer Eingrenzung dieser.

      Dass die Marktwirtschaft die Lösung aller Probleme ist, können wir so nicht teilen, viel zu häufig wird nur auf Profit geachtet, und nicht auf die Folgen. (Übrigens sprechen wir nirgends davon, dass wir dies Soziale Marktwirtschaft auflösen wollen, wir wollen das System nur verändern, um den Menschen, das Individuum, mehr in den Mittelpunkt zu stellen).

      Zu Ihrem letzten Punkt: Unsere Partei besteht aus Schülerinnen und Schülern. (Unser Durchschnittsalter liegt bei 17 Jahren). Dass wir nicht alles wissen, ist ganz klar – und damit werben wir auch nicht. Aber das hält uns nicht davon ab, den Versuch zu wagen, diese Welt ein wenig zu verändern.

    2. Markus Ludwig sagt: Antworten

      Also um mal ehrlich zu sein, sie können dieser Seite doch nicht antikapitalistischen Populismus vprwerfen, und dann selbst prokapitalistischen Populismus betreiben!!! Und ich finde es sehr sehr gut, dass sich die jungen Menschen hier politisch einsetzen, du musst sie ja nicht wählen, aber wirf ihnen nicht vor, sie hätten keinen Sachverstand, wenn du die politische Lage auch nicht verstanden hast! Denn die Marktwirtschaft liefert nicht Lösungen auf alle Probleme, dies zu sagen zeugt von Ignoranz, wenn die Marktwirtschaft doch auf alles eine Lösung parat hat, wieso gibt es dann noch so viele Probleme?

  2. Christine E. sagt: Antworten

    Danke für diesen schönen Artikel! Ich mag euch sehr 🙂

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